Projektstipendium 2017: Chiara Kastner - hr.fleischers pfle|gekiosk. take care!

Was sonst hinter verschlossenen Türen passiert.


Die Tänzerin und Performancekünstlerin Chiara Kastner erhält das hr.fleischer e.V. Projektstipendium 2017 in Erinnerung an Juliane Noack für hr.fleischers pfle|gekiosk. take care!

Chiara Kastner pfle|gekiosk



Weitere Informationen:
  • Ausstellungsdauer: 23. Mai bis 17. Juni 2017, Pflegebetrieb & Kollektive Pflegemaßnahmen am Kiosk von Donnerstag bis Samstag 15 Uhr–18 Uhr
  • Dienstag, 23. Mai, 18 Uhr: Eröffnung mit einer pflegerischen Performance und anschließendem Pflegeprogramm für die Sinne
  • Samstag, 27. Mai 2017, 18 Uhr: „Pflegeberichte“ (Szenische) Lesung mit Sarah A. Dulgeris, Maxim Kares, u.a.
    Donnerstag, 1. Juni 2017, 18 Uhr: Performance Chiara Kastner und Gäste
  • Freitag, 9. Juni 2017, 18 Uhr: pflegbar
  • Abschlussfest: Freitag, 16. Juni bis Samstag, 17. Juni, jeweils ab 15 Uhr mit Konzert, Screening, u.a., Gemeinsame Tafel am Samstag, 16. Juni (bring etwas mit)


Denkmäler pflegen, Daten pflegen, Brauchtum pflegen, den Körper pflegen, Kranke pflegen, gesund pflegen, zu sagen pflegen, jemanden pflegen, sich pflegen. take care! im vorbeigehen und darüber hinaus. Jeder Mensch braucht Pflege und diese ist individueller Natur wie er selbst.

hr.fleischers pfle|gekiosk ist ein Seismograph, der versucht, den Pflegebedarf in der Stadt zu ermitteln. Experimentiert wird mit verschiedenen Formaten wie Ausstellung, Performance und Lesung, um den Begriff der Pflege soweit wie möglich zu erweitern. Was kann Pflege alles bedeuten? Der Kiosk ist eine dankbare Plattform, um das viel diskutierte Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. In das Alltagsbewusstsein der Passanten integriert sich, was sonst hinter verschlossenen Türen passiert. In einem sich immer wieder wandelnden Ausstellungs- und Veranstaltungsraum wird fortlaufend Pflegebetrieb stattfnden. Der Ort soll dazu ermutigen, herauszufnden, was Besucher*innen zu ihrer eigenen Pflege brauchen.

Chiara Kastner über ihr Stipendiumsprojekt „Komm vorbei und pflege Dich, pflege andere, pflege etwas. Trete ein und gönne Dir eine Pflegeeinheit im Vorbeigehen. Lass Dich überraschend pflegen oder nimm Deine Pflege selbst in die Hand. Auf dem Weg zur Arbeit auf dem Nachhauseweg, in die Uni, zum Einkaufen. Ob eine Massage, ein Bild malen, ein Gespräch führen, eine Umarmung abholen, ein Trauerritual, Wut in ein Kunstwerk verwandeln, Musik machen, etwas kaputt machen, etwas reparieren von jemandem eingecremt werden, jemanden bekochen, einen Tee trinken, tanzen: alles möglich. An der Außenseite des Kiosk wird ein schwarzes Brett installiert, auf dem Passanten ihre eigenen Pflegewünsche aufschreiben können."

Über die Künstlerin und
das hr.fleischer Stipendium „Mach den Kiosk 2017“


Chiara Kastner ist Projektstipendiatin des halleschen Kunst- und Projektraums hr.fleischer e. V. Die Tänzerin und Performancekünstlerin aus Berlin wird in einer Zusammenarbeit mit ihrem Performancekollektiv die feigen und anderen Künster*innen den Kiosk bespielen. Der offene künstlerische Ansatz, sich mit dem Thema Pflege in einem erweiterten Verständnis performativ, prozesshaft und in Interaktion mit Coagierenden wie auch mit zufällig Passierenden in der Öffentlichkeit auseinanderzusetzen, hat die Jury überzeugt. Der Wettbewerbsbeitrag bildet in herausragender Weise die Spielräume eines erweiterten Kunstbegriffs ab.

Das Stipendium wurde zum zweiten Mal ausgeschrieben und ist mit 1.000 Euro dotiert. Dabei wird für den ehemaligen Zeitungskiosk an einem zentralen Knotenpunkt der Stadt Halle (Saale) ein Kunstprojekt realisiert, das auf diesen Ort zugeschnitten ist. Von insgesamt 82 Bewerbungen schafften es fünf in die letzte Runde: die Bewerbungen von Fredie Beckmans, Chiara Kastner, Odine Lang, Vasili Macharadze und Jörn Plaß. Die Entscheidung der Jury fiel abschließend auf die Berliner Künstlerin Chiara Kastner.
Die Jury bestand aus den Vereinsmitgliedern Matthias Behne (Designer), Charlotte Ehrt (Spiel- und Lerndesignerin), Katrin Eitner (Galeristin), Rita Lass (Buchkünstlerin) und Jörg Wagner (Bildender Künstler). Das Stipendium ist dem Andenken des tragisch zu Tode gekommenen hr.fleischer e. V.  Gründungsmitglieds Juliane Noack gewidmet.

Tempelpel der Aufeinanderstehung

romantic interface development IV


Martin Fürbringer und Peter Wendl
vom 10. April bis 3. Mai 2017, Versammlung am 29. April um 19 Uhr

Treffen sich zwei Dinosaurier.
Fragt der eine den anderen: „Du sag mal, gibt es Gott eigentlich?“
Sagt der andere: „Nee, Noch nicht“



Über Religion gibt es ja diverse Meinungen. Es gibt Verschiedenheiten, Gottheiten, Wahrheiten und Meinungsverschiedenheiten. Es gibt Gewissheiten (die einzige TipTopGewissheit ist übrigens der Tod), Frechheiten, Heiligkeiten, Verbindlichkeiten und eine ganze Latte an Hab-/Un- und Saum-Seligkeiten. Aber worum geht es in den Religionen? Erlösung, das ewige Leben? Moralische Hilfestellung, ethischer Leitfaden gar? Gerechtigkeit im Diesseits oder wenigstens im Jenseits? Vielleicht, kann ja sein, man weiss es nicht genau, oft ist alles sehr wirr. Was man allerdings weiss, ist, dass es ganz viel um Frisuren, Klamotten und die richtige Ernährungsweise geht. Wie es auch in den klassischen Medien, den social media und eigentlich überall und immer und seit jeher um Frisuren, Klamotten und die richtige Ernährungsweise geht.

Siehe: Der Tempelpel der Aufeinanderstehung kennt die richtige Ernährung, die richtige Frisur und natürlich die passenden Klamotten. Und deshalb kann sich der Tempelpel hingebungsvoll um die wahren Fragen deines Lebens kümmern. In der Zeit vom 29. April bis 3. Mai kannst du im Kiosk täglich von 15 bis 19 Uhr deine Versatzstücke und Module zu einer nagelneuen Religion zusammenfügen. Komm vorbei: zur Offenbarung oder sowas.

Radiosendung am 27. April um 15:10 Uhr / romantic interface development IIV – Schöpfung

Zur Versammlung am 29. April um 19 Uhr: Die sechste Call For Members Tombola!

Archiv produzierter Erinnerungen

von Nina Viktoria Naußed


Wurde es weggeworfen oder ist es verloren gegangen? Nina Naußed sammelt und archiviert seit fünf Jahren jeden Tag einen Gegenstand, den sie auf der Straße findet oder der ihr im Umgang mit ihren Mitmenschen begegnet. Was als Sammlung zusammenhangsloser Fundstücke begann, wurde zu einer Art Tagebuch der Dinge. Für Nina Naußed funktionieren die Dinge als Link zu persönlichen Erinnerungen, während sie beim Betrachter eigene Vorstellungen hervorrufen. Es geht um die Geschichten, die den Dingen anhaften und um das Festhalten von Zeit, Gefühlen und Momenten.

Von März bis April zeigt sie ihre Sammlung im Kiosk. Kommt vorbei, lasst uns an euren Assoziationen teilhaben und überzeugt euch selbst, wie viele der archivierten Tage in den Kiosk passen!

Ausstellung vom 10.3. - 6.4.2017
Eröffnung am 10.3. um 17:30 Uhr.
Zur Eröffnung gibt es essbare „Fundstücke“ und Tütensuppe aus der Thermoskanne. Außerdem findet wieder eine Tombola für frisch eingetretene Vereinsmitglieder des hr.fleischer e.V. und Radio Corax statt.

Schneegestöber 2


Ausstellung vom 6. Februar bis 6. März 2017
von Charlotte Ehrt und Annegret Frauenlob

Einmal richtig aufräumen! Der Klimawandel ist schuld, dass wir im mitteleuropäischen Raum kaum noch dazu kommen, die Schneeschieber einzusetzen um dieses wunderbare, weiße Material zu formen oder in seine Schranken zu weisen. Hier kann nun dem Ordnungssinn ungehemmt gefrönt werden und ferngesteuert im kleinen Maßstab hin und her geschaufelt und geschoben werden.

Am Montag, den 6. Februar um 17 Uhr findet die feierliche Einweihung der verschneiten Bahn mit Schneeketten, Frostschutzmittel und Eiskonfekt statt. Und als wäre das noch nicht Anlass genug gibt es noch eine zweite Runde der Call*for*members*Tombola mit Radio Corax
Dazu laden wir recht herzlich ein!







Inside – Out



Liebe Freunde des Kiosk,

um zu beleuchten, was der Kiosk ist und wie er wahrgenommen wird, habe ich Mitglieder des Vereins
und Passanten nach ihrer Meinung gefragt. Diese Meinungen habe ich über die letzten Tage an die
Kioskfenster geschrieben, aber das reicht mir noch nicht.

Hinterlass auf der Außenseite des Kiosk deine Sicht und stell sie der Innensicht der Mitglieder gegenüber!

Was ist der Kiosk für dich? 
Wie würdest du ihn beschreiben? 
Was macht den Kiosk am Reileck zu dem Ort, der er ist?



Konrad Demmel

Hier gibt’s nichts zu sehen!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

irgendwie scheinen während der Weihnachtstage neue Mieter in den hr.fleischer-Kiosk eingezogen zu sein. Leider ist während des allgemein bekannten Adventstrubels innerhalb unseres Vereins ein wenig verloren gegangen, wer das eigentlich arrangiert hat. Jedenfalls sind zu unser aller Überraschung die Fensterscheiben des Kiosks mit Gardinen verhangen und ganz offensichtlich bewohnen ein oder mehrere Personen den Kiosk während der Jahreswende. Da wir selbst von dieser offensichtlichen Fremdnutzung etwas überrascht sind und uns intern erst einmal darüber verständigen müssen, ob dies eigentlich rechtens ist, bitten wir Sie, die Privatsphäre der Zwischenmieter zu respektieren und sich nicht von den etwaigen Alltagsgeräuschen ablenken zu lassen. 

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und verbleiben mit den besten Grüßen,
Matthias Behne und David Nowak

PS: Dies wird alles gefördert von der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst und dem hr.fleischer e.V.
Für die hübschen Gardinen entrichten wir einen großen Dank an Flodder’s.

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Ausstellungszeitraum: 24.12.2016 bis 24.01.2017
Midissage: 12.1.2017, 19 Uhr, Kiosk am Reileck, Halle (Saale)

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Foto: behnelux.de